Restauration: Schweissen lernen

In unserer Werkstatt haben wir 2010 ein 32 Jahre altes Fahrzeug komplett neu aufgebaut – einen

Mercedes 307D, Bj. 1978

Der Selbstausbau zum Wohnmobil erfolgte im Jahre 1980 nach einer kurzen Zeit als Kommunalfahrzeug. Da Grundriss und Verarbeitung des 30 Jahre alten Vollholzausbaus überzeugen konnten, haben wir das Fahrzeug trotz offensichtlicher Mängel, vor allem im Blech-Bereich, übernommen. Wie bei solchen Restaurationen üblich, überstieg der durch Rost angerichtete Schaden dennoch unsere Erwartungen um ein vielfaches.

 

 

Die Karosse

Zunächst ausgeführte Blecharbeiten, natürlich mit fachgerechter Rostvorsorge (Owatrol-Öl/Brantho Korrux) und Hohlraumversiegelung (Fluid Film):

  • Schürze geschweisst, komplett umlaufend
  • Alle Türunterkanten geschweisst (innen/aussen)
  • Laderaumboden geschweisst
  • Fahrerhausboden geschweisst
  • Einstieg Fahrerseite komplett erneuert
  • Stehwand Fahrerhaus um Lufthutzen geschweisst
  • kleinere Löcher in Dach / Regenrinne
  • Frontblech / Kühlergrill erneuert
  • Abwassertank / Zusatzdieseltank geschweisst

Nach dem Schweissen der Karosserie wurde diese grundiert, gefüllert und lackiert. Neue Dichtungen an sämtlichen Türen waren obligatorisch, ebenso wie eine dauerhafte Hohlraumkonservierung (Fluid Film) und neuer Unterbodenschutz auf Wachsbasis (UBS 220).

 

Der Innenausbau

Aufgrund einer offenbar seit Jahren undichten Wasserpumpe ergab sich im Innenraum stellenweise ein desolates Bild des Bodens unterhalb der PVC-Verkleidung: Der Holzboden war großflächig von Schimmel befallen und verrottet. Ein neuer Boden bildete die Basis für den Wiedereinbau der ansonsten unbeschädigten Möbel.

Nun konnte die wohnmobilspezifische Reparatur beginnen. Dank unserer langjährigen Erfahrung und vorhandener Ersatzteile waren die folgenden Arbeiten ohne Probleme zu bewältigen:

  • Einbau einer neuen SHURflo-Druckwasserpumpe
  • Ersatz des Gasmagnetventils TRUMA Boiler BO
  • Neuer Zündautomat Trumatic SW 1800 – Heizung
  • Neue Dichtungen Cramer – Herd, Ersatz des defekten Temperaturfühlers
  • Neue Dachhaube 50cm x 50cm
  • Komplette Neuverkabelung der gesamten Elektrik im Wohnbereich mit Einbau von stromsparenden LED – Leuchtmitteln unter Beibehaltung des zeitgenössischen Erscheinungsbildes
  • Einbau einer Aufbaubatterie mit WAECO-Ladeautomat, Panel zur Überwachung von Elektrik und Pumpe
  • Komplette Erneuerung der Wasserversorgung (Leitungen, Ventile)
  • Neue Polsterbezüge und Vorhänge, neuer Teppich im Wohnraum
  • abschließende Gasprüfung

 

Nach dem abschließenden Zusammenbau erhielt das Fahrzeug Ende September 2010 neuen TÜV (ohne Mängel) und die Anerkennung als Oldtimer (H-Kennzeichen) – die Arbeit hat sich gelohnt!